So gelingt die Transformation im deutschen Mittelstand

Im Interview mit Dr. Andreas Dahmen, Managing Director der GHK Management Consulting GmbH

Das Unternehmen ist seit vielen Jahren insbesondere „Partner für den CFO“ (Chief Financial Officer) und unterstützt die Optimierung und Digitalisierung von kaufmännischen Geschäftsprozessen sowie bei ERP-Systemeinführungen. Im Interview mit Dr. Andreas Dahmen, Managing Director sprechen wir heute über die Bedeutung von ERP-Systemen für die Transformation gerade mittelständischer Unternehmen, deren Situation und Herausforderung in den kommenden Jahren und was es bedeutet auf einer digitalen Datenautobahn unterwegs zu sein.

Entscheider kompakt: Erst vor kurzem haben Sie eine sehr bedeutende Studie zur aktuellen Situation der Digitalisierung im deutschen Mittelstand herausgegeben. Was sind hier die Kernpunkte und um was ging es Ihnen beim Aufsetzen der Studie?

Dr. Andreas Dahmen: Die Studie zum Digitalisierungsgrad des deutschen Mittelstandes (2019) haben wir gemeinsam mit dem BVMW (Bundesverband Mittelständischer Wirtschaft) durchgeführt. Unsere Absicht – hinter der Veröffentlichung unserer Studie – ist es, mittelständischen Unternehmen aufzuzeigen, dass ein systemgestütztes Controlling und die Einführung eines bereichsübergreifenden ERP-Systems essentiell sind, um an der digitalen Welt von Morgen teilnehmen zu können.

Entscheider kompakt: Was sind aus Ihrer Sicht dementsprechend die größten Herausforderungen die mittelständische Unternehmen im Rahmen der digitalen Transformation angehen sollten?

Dr. Andreas Dahmen: Um an der digitalen Welt partizipieren und die enormen Vorteile der Digitalisierung ausschöpfen zu können, ist eine moderne IT-Infrastruktur sowie ein integriertes ERP-System notwendig, die es ermöglichen, unterschiedliche Geschäftsprozesse konsequent miteinander zu vernetzen. Kurzum sehe ich als größte Herausforderung, dass die Unternehmen die digitale Datenautobahn für sich noch bauen müssen, um zukünftig an der digitalen Geschäftswelt teilnehmen zu können.

Entscheider kompakt: Die Studie zeigt auch eklatante Schwächen des Mittelstands aber auch deren Stärken. Können Sie uns 3 Ihrer Meinung nach wesentlichen Elemente nennen, die Unternehmen mitbringen sollten, um eine erfolgreiche Business Transformation durchzuführen?

Dr. Andreas Dahmen: Die Unternehmen müssen erkennen, dass

1. die grundlegende Systeminfrastruktur in den einzelnen Unternehmensbereichen fehlt, um digitalisierte Geschäftsprozesse abbilden zu können.
2. eine Akzeptanz, sowohl bei der Geschäftsführung als auch bei den Mitarbeitern geschaffen werden muss, um erfolgreich neue IT-Systeme einführen zu können.
3. eine straffe Projektführung und ein professionelles Projektmanagement sowie ausreichende Ressourcen während der operativen Einführung des Systems enorm wichtig sind, da diese in der Regel parallel zum laufenden Business geschehen müssen.

Entscheider kompakt: Die kaufmännischen Geschäftsprozesse sind Kernbestandteile einer jeden gut funktionierenden Organisation. Digitalisierung beginnt ganz sicher an diesem Punkt. Wo sehen Sie bei den Unternehmen, mit denen Sie sprechen, im Moment in der Regel den größten Handlungsbedarf?

Dr. Andreas Dahmen: Der größte Handlungsbedarf für Unternehmen, die eine gut funktionierende Organisation gestalten wollen, liegt in der Schaffung „sauberer“ Stammdaten. Viele der Stammdaten sind nur in analoger Form vorhanden. Um aber Teil der digitalen Welt von morgen zu sein, müssen diese in IT-Systemen digital angelegt sein.

Entscheider kompakt: Sie haben es schon angesprochen. Das ERP-System ist natürlich der entscheidende Faktor. Wie helfen Sie in Unternehmen das richtige ERP-System zu finden bzw. vorhandene Systeme zu optimieren?

Dr. Andreas Dahmen: Bei der Optimierung eines oder der Migration zu einem neuen ERP-System muss mit Sorgfalt und guter Vorbereitung vorgegangen werden. Je besser ich zu Anfang plane, desto weniger muss ich im Nachhinein nacharbeiten. Es müssen sämtliche kaufmännischen Geschäftsprozesse aufgenommen und im Sinne der zukünftigen Handhabung und des Geschäftsmodells ausgerichtet, optimiert und dokumentiert werden. Im Projektmanagement liegen momentan Agilität und Flexibilität sehr im Trend, doch genau diese zwei Punkte können schädlich bei der Einführung eines ERP-Systems sein. Die Folge ist zumeist, dass anfangs fehlerhaft dokumentiert und konzipiert wird und in Folge – während der Einführung – teure Change Requests zu Budgetüberschreitungen und Zeitverzögerungen führen.

Entscheider kompakt: Um auf der digitalen Datenautobahn schnell und sicher unterwegs zu sein, bedarf es bei ERP-Systemeinführungen ein stabiles Projektmanagement. Wie stellen Sie sicher, dass die in der Regel doch umfangreichen Projekte mit ihrem Team erfolgreich durchgeführt werden?

Dr. Andreas Dahmen: Mit Projektmanagementerfahrungen, Kommunikationsskills, einer umfassenden Vorbereitung (Stammdatenpflege, Prozessaufnahme, etc.), einem klar definierten und strukturierten Projektplan bis hin zu einem Lasten- und Pflichtenheft sowie einem stringenten Projektmanagement ist der Erfolg bei der Einführung sichergestellt.

Entscheider kompakt: Auf dem nächsten DIGITAL FUTUREcongress sind Sie mit Ihrem Unternehmen vertreten. Was dürfen die Besucher an ihrem Messestand erwarten und wird die Studie, die Sie erst vor kurzem veröffentlicht haben, dort zu haben sein?

Dr. Andreas Dahmen: Selbstverständlich werden wir an unserem Stand (B5) auf dem Digital Future Congress in Frankfurt die Studie mit den interessantesten Ergebnissen und Erkenntnissen vorstellen. Mein Geschäftspartner Kerem Sargut und zwei unserer Mitarbeiter werden am Stand für jegliche Anregungen und Fragen, bzgl. einer ERP-Systemeinführung oder auch zur Studie sowie weiterer Digitalisierungsthemen, selbstverständlich zur Verfügung stehen. Wir freuen uns auf den Kontaktaustausch mit den Interessenten. 

GHK wird weiterhin einen Vortrag um 10:40 Uhr auf der Bühne 3 (Arbeit 4.0 & FUTURE Thinking) halten, um die Theorie und Praxis einer ERP-Systemeinführung aufzuzeigen.

Entscheider kompakt: Das klingt sehr gut. Dann bedanke ich mich für dieses aufschlussreiche Gespräch, wünsche Ihnen viele gute Kontakte und dass Sie möglichst viele mittelständische Unternehmen begeistern können, sich dem Thema Optimierung der kaufmännischen Prozesse zu widmen.

 


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