Programmieren neu erfunden? Low Code Plattformen und Baukastensysteme

Im Interview mit Martin Meise, Head of Sales bei der REWOO Software GmbH

Die REWOO Software GmbH bietet mit Hilfe ihres Baukasten-Systems REWOO Scope eine hochgradig anpassbare Software an, die Prozesse im Businessumfeld so abbildet, wie sie beim Kunden ablaufen. Auch auf dem diesjährigen Essener DIGITAL FUTUREcongress im November 2019 ist REWOO mit seinen innovativen Lösungen vertreten. Im Interview mit Martin Meise, dem Vertriebsleiter, sprechen wir heute über den neuen Trend des Low Code und die zukünftigen Ausblicke.

Entscheider kompakt: Herr Meise, schön, dass Sie dieses Jahr wieder auf dem DIGITAL FUTUREcongress in Essen vertreten sind. Welche Neuigkeiten stellen Sie vor?

Martin Meise: Vielen Dank. Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr wieder dabei zu sein. Für uns ist der DIGITAL FUTUREcongress zu einem festen Termin im Kalender geworden. Neben unseren neuen Lösungen wie einem CRM-Modul präsentieren wir neue Kern-Features, die die Nutzung unserer Software noch effektiver machen. So haben wir viele Funktionalitäten enorm erweitert. Ab sofort steht neben jeder digitalen Signatur der entsprechende Zeit- und Datumsstempel. Neue Schnittstellen zu anderen Lösungen wie z.B. Datev oder Lexware machen den Einsatzbereich noch breiter. Massenaktionen wie Signaturen über Listenansichten ermöglichen es, mehrere Anfragen gleichzeitig zu beantworten. Generell steht wie immer unser Baukastensystem REWOO Scope im Vordergrund, mit dem wir kundenindividuelle Lösungen im Handumdrehen erstellen.

Entscheider kompakt: Kundenindividuelle Lösungen sind ein gutes Stichwort. Seit Kurzem hört man immer wieder von einem neuen Trend in der Branche: den Low-Code-Plattformen. Können Sie uns und die Leser hierzu kurz abholen?

Martin Meise: Der Trend lässt sich am besten erklären, wenn wir uns in die Perspektive eines Anwenders versetzen: Ich habe ein akutes Problem und brauche eine schnelle, gut funktionierende Lösung. Diese Lösung muss aber für mein Unternehmen passen, sowohl finanziell als auch prozess-technisch. Bisher wurde oft eine Standard-Software für die entsprechenden Bedürfnisse durch Entwicklung, das heißt Veränderung des Quellcodes, angepasst und integriert. Dies ist mit einer großen Menge an Projektmanagement, z.B. für die Erstellung des Lastenheftes, und mit hohen Kosten für die Entwicklungsleistung verbunden.

Eine Low-Code-Plattform erlaubt es mir, in kurzer Zeit durch grafische Applikationen meine eigenen Prozesse zu etablieren bzw. bestehende Lösungen zu optimieren. Anbieter dieses Konzepts ermöglichen es, mit einfachen Mitteln eigene Ideen und Anforderungen innerhalb der Software zu verwirklichen. Hierzu wird kein Programmier-Experte benötigt. Die benötigten Skills zur Umsetzung sind schnell von nahezu jedermann erlernbar.
Ich als Kunde spare mir also einerseits die langwierige Abstimmung mit den Software-Entwicklern. Zum anderen reduzieren sich die Entwicklungszeit und damit die Kosten enorm.

Entscheider kompakt: Welche weiteren Vorteile gibt es im Vergleich zu den herkömmlichen Standard-Softwares?

Martin Meise: Der Low-Code Ansatz öffnet uns völlig neue Denkweisen. Während die meisten Standard-Softwares auf bestimmte Branchen und Unternehmenstypen beschränkt sind, denken Low Code Anbieter in anderen Dimensionen – den Anwendungsbereichen. Es spielt keine große Rolle, ob Ihr Unternehmen aus der Pharma-Industrie oder aus dem Handwerk stammt – gut durchdachte Prozesse braucht jede Firma. Hierbei sind bei etlichen Abläufen Schnittmengen erkennbar, die erstaunlich groß sind. Somit lässt sich auch von führenden Unternehmen aus anderen Branchen etwas lernen.
Diese Schnittmengen nutzen auch wir – zum Beispiel für die Erstellung unserer Best-Practice-Lösungen in unserem Baukasten-Konzept.

Entscheider kompakt: Der Begriff „Baukasten“ taucht in unseren Gesprächen über REWOO öfter auf. Inwieweit unterscheidet sich denn Ihr Baukasten-System von einer Low-Code-Plattform?

Martin Meise: Wir bieten etwas mehr als die Anbieter von Low-Code-Plattformen. Die Idee ist erstmal gleich: Wir wollen den Kunden dazu verhelfen, mit einfachen Bordmitteln eine sinnvolle und stabile digitale Lösung zu erhalten. Die Erstellung muss einfach und gut nachvollziehbar sein. Vor allem soll sie aber zügig und mit überschaubarem Aufwand zur Verfügung stehen.

Die Schwierigkeit liegt in der Balance zwischen Anwenderfreundlichkeit und Komplexität: Je einfacher sich eine Lösung mit grafischen Hilfsmitteln erstellen lässt, desto weniger komplex kann sie werden.
Ein zweistufiger Freigabeprozess mit integrierter Auslösung einer Statusmail ist leicht abbildbar. Kommen aber noch Vertretungsregeln bei Abwesenheit oder automatische Zuordnungen von Beträgen zu bestimmten Kostenstellen hinzu, wird der Aufbau schon deutlich schwieriger und ist kaum noch allein überschaubar.

Während die meisten Low-Code-Plattformen sich daher eher für kleinere Einzellösungen eignen, lassen sich mit unserem Baukasten REWOO Scope ganze Business Suiten erstellen, bis hin zur ganzheitlichen End-to-End Unternehmensanwendung. Hierbei unterstützen wir unsere Kunden in jedem nötigen Detail und greifen auf unseren jahrelangen Erfahrungsschatz zurück. Als Startpunkt nutzen wir oftmals unsere unzähligen Best-Practice-Lösungen und optimieren diese gemeinsam mit dem Kunden auf dessen Anforderungen – wir starten also selten bei „Null“. Dieses Vorgehen macht die Umsetzung noch effizienter und kostengünstiger. Mittlerweile haben wir für fast jede Anforderung eine Best-Practice-Lösung entwickelt, die der Kunde als Vorlage nutzen kann – von A wie Arbeitnehmerakte bis Z wie Zentrales Projektmanagement.

Entscheider kompakt: Herr Meise, vielen Dank für das Interview. Wir sind schon sehr gespannt auf Ihren Messeauftritt und wünschen Ihnen viel Erfolg.

Martin Meise: Herzlichen Dank. Wir freuen uns schon auf den DIGITAL FUTUREcongress und die vielen Besucher.

 


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