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Entscheider kompakt, Ausgabe 1

Ausgabe 1 19 EK: Herr Kramer, was hat Sie bewogen hier nach Mühltal zur Datron AG zu wechseln, nachdem sie doch bei Opel eine so verantwor- tungsvolle Aufgabe inne hatten? B. Kramer: Mühltal bietet eine sehr hohe Le- bensqualität und als Einkaufsleiter bei der Da- tron AG mit kurzen Entscheidungswegen hat- te ich das Gefühl, dass ich hier einfach mehr bewegen kann. Außerdem habe ich seit einiger Zeit nun auch die Verantwortung für das Kun- denzentrum der Datron AG. Hier werden alle eingehenden Kundenaufträge bearbeitet. Dies ist insgesamt eine sehr reizvolle Aufgabe. EK: Heute geht es um das Thema Zeit. Hohe Liefertreue, sprich eingehaltene Lieferzeiten, sind sicher ein Schlüssel für den Erfolg der Da- tron AG. An welchen Rädchen drehen Sie als Leiter des Einkaufs- und Kundenzentrums, um dieses Ziel zu erreichen? B. Kramer: Wir haben uns mit unserer Ferti- gungstiefe auf die für uns wesentlichen Ele- mente unserer Maschinen und Werkzeuge beschränkt. Fertigungsintensive Baugruppen, wie zum Beispiel Blechfertigung oder Maschi- nenbetten, haben wir vollständig ausgelagert. Die Endmontage und die Prüfung der Anlagen erfolgt natürlich bei uns hier im Haus. Dadurch sind wir in der Lage große umfangreiche Struk- turen zu vermeiden und unserem Ziel einer at- menden Fertigung möglichst nahe zu kommen. Sie fragen sich sicher, was das mit ihrer Frage zu tun hat. EK: Ja, das stimmt. Ich denke, dass sie da- durch in der Lage sind die Konjunkturzyklen auszugleichen und gleichzeitig hohe Qualität zu produzieren. B. Kramer: Genauso ist es. Denn Qualität ist überhaupt der Schlüssel zum Erfolg, nicht nur zum Erfolg in puncto Lieferzeit. Aber ich möchte Ihre Frage genauer beantworten. Mit unseren Lieferanten haben wir ein sehr intensives Liefe- rantenmanagement aufgebaut.Dabei setzen wir vor allen Dingen auf regionale Partner, die, wenn es eng wird, auch einmal über Nacht oder übers Wochenende ein Teil fertigen können. Das ist natürlich die Ausnahme, aber eben diese flexib- le Nutzung einer intakten Kunden- Lieferanten- Beziehung ist für uns überaus wichtig. EK: Wie genau sieht dieses Lieferantenma- nagement aus? B. Kramer: Wir arbeiten mit genauen Ferti- gungsvorgaben in unseren Zeichnungen und Spezifikationen, aber das ist selbstverständlich. Alle Lieferanten werden einmal im Monat einer Bewertung unterzogen. Hier werden die An- zahl fehlerhafter Teile, die Retourenquote, die Liefertreue und andere Kennzahlen bewertet. Funktioniert die von uns aufgebaute Lieferkette nicht optimal, steht am Ende ein Eskalations- prozess von einer einfachen Warnung bis hin zu einem Status „New Business Hold“. Das bedeutet, dass der Lieferant keine weiteren Aufträge mehr erhält, bis er seine Qualität im Griff hat. Unsere Lieferanten werden natürlich mit den Ergebnissen konfrontiert. Wir haben viel Geduld mit unseren Lieferanten, aber wir erwarten eine offene und ehrliche Kommunika- tion. EK: Welche Rolle spielt dabei ihre IT-Infrastruk- tur? B. Kramer: Wir arbeiten mit einem ERP-Sy- stem auf das alle Mitarbeiter im Einkauf Zugriff haben, darüber versuchen wir alle wesentli- chen Informationen abzubilden. Es gibt aber auch noch Excel-Tabellen, die verschiedene Informationen über Lieferanten und Prozesse beinhalten. Ca. 80 % unserer Maschinen und Anlagen sind Standardanlagen, 10 % werden mit Sonderzubehör, wie zum Beispiel Absaug- Systemen, ausgestattet und 10 % der Maschi- nen werden speziell für Kundenwünsche ange- passt. Das würde ohne eine gute IT Infrastruk- tur nicht funktionieren. EK: Wann oder wie entscheiden Sie, ob Sie einen Auftrag annehmen oder nicht? B. Kramer: Hierzu treffen wir uns zweimal in der Woche in der Angebots-Task-Force-Runde. Hier wird jede einzelne Anfrage mit der techni- schen Leitung und der Vertriebsleitung intensiv besprochen. Nicht immer wird ein Angebot er- stellt. Wenn aber ein Angebot erstellt wird, so sind von vornherein alle entscheidenden Ab- teilungen eingebunden und alle stehen hinter

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