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Entscheider kompakt, Ausgabe 1

Ausgabe 1 12 Zielsetzung neuer Arbeitszeitmodelle ist es häufig, eine bessere Kun- denansprechbarkeit zu erreichen, das Unternehmen besser auszulas- ten und/oder den Mitarbeitern mehr Zeitsouveränität und Motivation zu geben. Aber ist dies überhaupt zu schaffen? Gleichgültig, für welches Arbeitszeitmodell sich das Unternehmen entscheidet, es gilt dabei im- mer, die Bestimmungen des Arbeitszeitgeset- zes zu beachten. Die vielfältige Problematik die sich ergeben kann, möchte ich Ihnen an zwei Beispielen aufzeigen. Vertrauensarbeitszeit und Aufzeichnungspflicht Nach § 3 ArbZG beträgt die werktägliche Ar- beitszeit der Arbeitnehmer 8 Stunden am Tag. Nach § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeits- zeit bis zu 10 Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten wer- den. Bei der Vertrauensarbeitszeit soll der/die Mitar- beiter/in völlig selbständig darauf achten, dass die arbeitsvertraglich geschuldete Arbeitszeit erbracht wird. Eine Zeiterfassung gibt es, vom Sinn der Regelung her gesehen, nicht mehr. An dieser Stelle ist aber auf § 16 II ArbZG zu verweisen: „Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die über die werktägliche Arbeitszeit des § 3 Satz 1 hinaus- gehende Arbeitszeit der Arbeitnehmer aufzu- zeichnen und ein Verzeichnis der Arbeitnehmer zu führen. Die Nachweise sind mindestens zwei Jahre aufzubewahren.“ Unter der Lupe: Arbeitszeitmodelle Hinweise vom Profi - Michael A. Haden, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht Autor: Michael Haden Aber Achtung! Die Einführung der Vertrauens- arbeitszeit entbindet den Arbeitgeber nicht von der Aufzeichnungspflicht. Nach § 22 ArbZG stellt die Nichtbefolgung dieser Vorschrift eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße von bis zu 15.000,00 € geahndet werden. Rufbereitschaft und Ruhezeit Die Ruhezeit, nach § 5 ArbZG, ist die unun- terbrochene Ruhezeit nach Beendigung des Arbeitstages bis zum Beginn eines neuen Ar- beitstages. Sie beträgt in der Regel 11 Stun- den. Hier kann es zu Problemen im Rahmen der Rufbereitschaft kommen, wenn Mitarbeiter, die regelmäßig tagsüber im Unternehmen oder beim Kunden arbeiten, nachts noch zu einer Rufbereitschaft verpflichtet werden und sie nachts dann tatsächlich zum Arbeitseinsatz gerufen werden. Problematisch wird dies dann, wenn die 11 Stunden Ruhezeit bis zum nächt- lichen Arbeitseinsatz nicht eingehalten worden sind. Es stellt sich aber dann weiter die Frage: Muss im Anschluss an den nächtlichen Arbeits- einsatz noch die ganze 11-stündige Ruhezeit anschließen oder können die Stunden vor dem Einsatz mit verrechnet werden?

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